Gedanken zur Jahreserhebung 2016 in den sächsischen Jugendfeuerwehren

Positives und Nachdenkliches

Wenn etwas entgegen alle Erwartungen positiv verläuft, so staunen viele, wir aber wundern uns nicht.

Ein eigentliches Wunder setzt sich über scheinbar feste Regeln und Gedanken von Pessimisten hinweg, beweist aber immer wieder, dass es meist auf nachvollziehbaren Ursachen beruht, in einem festen Rahmen von vielen positiv eingestellten Mitdenkern und Mitmachern, mit dem Willen zu positiven Entwicklungen erarbeitet und gefestigt wird.

Neben der Umsetzung vieler Arbeitsaufgaben in der örtlichen Jugendfeuerwehr, dem Verinnerlichen von neuen Inhalten und den daraus notwendigen Schritten zur weiteren Verbesserung der allgemeinen Jugendarbeit in den sächsischen Jugendfeuerwehren wurde von vielen couragierten Mitstreitern erkannt, dass Erkenntnisse aus Analysen als Gemeinschaftsaufgabe begriffen und an die Basis transportiert werden müssen.

Ebenso wichtig ist auch die Rückmeldung von der Basis, die Information der Jugendfeuerwehren vor Ort, der Gemeinde- und Kreisjugendfeuerwehren, Zahlen und Daten über geleistete Arbeit, Zu- und Abgänge und vieles mehr pünktlich und in guter Qualität zu liefern.

Wie in jedem Jahr, ist es zum Jahresanfang an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Tage mit angestrengtem Rechnen und analytische Tätigkeit liegen hinter uns und wir möchten mit dem heutigen Beitrag unsere Erkenntnisse aus der Vorjahresstatistik vermitteln.

Oftmals angesprochen, scheint der Impuls aus den zurückliegenden Jahren, gewirkt zu haben. Ohne Verzögerung wurden in diesem Jahr die statistischen Erfassungen der Mitgliederzahlen und anderer Daten durch die Kreis- und Stadtjugendfeuerwehren an die Jugendfeuerwehr Sachsen pünktlich geliefert, so dass wir diese nach erfolgter Analyse allen Entscheidungsträgern zur Verfügung stellen können.

Und genau mit den erhobenen Zahlen, Daten und Fakten sind wir in der Lage, mit passenden Argumenten und visuellen Darstellungen unsere Arbeit zu präsentieren sowie die notwendigen Forderungen daraus abzuleiten.

In diesem Jahr wollen wir mit der Analyse Erkenntnisse transportieren, über die der Leser schon verfügt, die eventuell bei dem Einem oder Anderen in Vergessenheit geraten sind und die im Endeffekt handlungsanleitend wirken sollen.

Die Analyse enthält Bekanntes, aber auch Neues; zumindest auf eine konkrete Aufgabenstellung aus den zurückliegenden Jahren. Dieses Problem darf, nein muss, kontrovers diskutiert werden, ohne an Bedeutung und Effizienz zu verlieren. Hier kann die zündende Wirkung darin bestehen, dass bei den Verantwortlichen aller Ebenen Prozesse des Nachdenkens in Gang kommen, die uns zu einer Position führen, welche unsere zukünftige Arbeit und Ausrichtung bestimmt.

Notwendigkeit und Inhalte ehrenamtlicher Arbeit finden sich immer wieder in der Leidenschaft von Menschen – aber diese Notwendigkeit, die Inhalte der jeweiligen Tätigkeit fordern von jeder Generation eine andere Form.

Werte und Traditionen müssen immer wieder auf ihre Gültigkeit überprüft werden, schließlich sollen sie uns ja nicht einengen, sondern unsere Lebensführung erleichtern.

Veränderte Rahmenbedingungen erfordern Neubesinnungen unterschiedlichster Art. Dabei kann es sich durchaus ergeben, dass trotz verwandelter Lebensumstände die alten Werte ihre Gültigkeit behalten. Und dennoch benötigen sie eine neue Form, damit ihr Auftritt in der modernen Welt nicht antiquiert wirkt und ernst genommen wird.Natürlich haben auch die Mitgestalter eine Aufgabe zu bewältigen: Sie und alle Beteiligten mögen sich nicht von ungewohnten Aufgaben oder Mehrbelastungen ab- bzw. verschrecken lassen.

Und eine dieser Rahmenbedingungen ist in immer gleicher Art, aber sich verändernder Form die eigenständige Jugendpolitik des Jugendverbandes des LFV Sachsen, der die Interessen und Bedürfnisse von jungen Menschen zwischen 8 und 27 Jahren in den Mittelpunkt ressortübergreifenden politischen und verbandlichen Handelns stellt.

Eine besonders wichtige Rolle muss hier neben der Landesebene die kommunale Ebene spielen, welche räumlich und politisch den jugendlichen Lebenswelten am nächsten ist. Aber vor allem auch der Landesverband muss sich zu den konkreten Initiativen und Beschlüssen zur eigenständigen Jugendpolitik und -arbeit bekennen. Der explizite Bezug zur eigenständigen Jugendpolitik existiert bereits in vielen Satzungen und Ordnungen und sichert so eine neue, ressortübergreifende Jugendpolitik welche, die Belange aller jungen Menschen im Blick hat. Somit kann man ganz praktisch die Partizipation und das Engagement Jugendlicher stärken und für mehr Anerkennung sorgen.

Der Trend der letzten Jahre wird fortgesetzt

Mit den nun folgenden Zahlen, die uns von euch geliefert wurden, können wir aufzeigen, dass mit den Erkenntnissen unserer Statistik gearbeitet und Rückschlüsse für die zukünftige Ausrichtung gezogen wurden.

Die in den vergangenen Jahren begonnenen und intensivierten Aktivitäten, vor allem in der Umsetzung an der Basis, hinsichtlich der weiteren Arbeit mit unseren jüngsten Mitgliedern zeigen Auswirkungen auch auf unseren Verband.

Tendenziell, haben wir durch Anstrengungen und intensivste Zusammenarbeit mit allen Betreuern, Jugendwarten und Führungskräften Werte annähernd an das Jahres 2003 wieder erreicht, wissen aber auch um die weiteren Anstrengungen um dieses Niveau zu halten.

Als erste Erkenntnis konnten wir erfreut feststellen, dass es ausgehend von den im Vorjahr gemeldeten Zahlen für 2015 und den Zahlen in den Meldebögen 2016, die sich auf die Mitgliederzahl  bezogen, zu einem Zuwachs gekommen ist.

Nach diesen Werten wuchs unsere Mitgliederzahl, so dass wir für das Jahr 2016 von 13.046 Mitgliedern in den 961 Jugendfeuerwehren im Freistaat Sachsen ausgehen können. Das ergibt eine Steigerung gegenüber 2015 von 544 Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren. Hier registrieren wir, dass sich durch gemeinsame Anstrengungen vor Ort und mit der Unterstützung vieler Aufgabenträger und politisch Verantwortlicher der positive Trend auch nach unserem Jubiläum weiter fortsetzen lässt.

Mit vielen Projekten, die vor allem nach den Analysen der letzten Jahre auf Kreis- Gemeinde- und örtlicher Ebene entstanden sind, wirken wir dem Abwärtstrend der Jahre 2004 bis 2008 entgegen. Das bedeutet, dass wir einen weiteren Mitgliederverlust in Zusammenarbeit mit allen Betreuern, Jugendwarten und Führungskräften gestoppt haben, aber nur in Fortführung aller Kampagnen in der Lage sein werden, das jetzige Niveau zu halten.

Altersstruktur in der Entwicklung

Im Ergebnis gemeinsamer Überlegungen des LFV und der JF Sachsen hinsichtlich der Erfassung und Einordnung der Gruppen „Kinder in der Feuerwehr“ muss dringend weiter beratschlagt werden, welchen Stellenwert wir dieser, ebenfalls sehr wertvollen ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern in der Zukunft einräumen. Dazu wurde im vergangen Jahr durch die Projektgruppe erstmals eine gesonderte statistische Erfassung der Gruppen vorgenommen, welche in Kürze ebenfalls auswertbar vorliegen wird.

In Kreisen mit Möglichkeiten zur Gewinnung von Kindern unter 8 Jahren für die Feuerwehren wurden auch im vergangenen Jahr positive Ergebnisse im jeweiligen Bestand der JF verzeichnet.

Alter Jungen Mädchen Anzahl
 unter 6 42 18 60
6 102 16 118
7 188 76 264
8 703 251 954
9 952 313 1265
10 1052 364 1416
11 1129 403 1532
12 1224 420 1644
13 1120 375 1495
14 1072 324 1396
15 955 291 1246
16 684 205 889
17 397 116 513
18 137 42 179
über 18 54 21 75
gesamt: 9811 3235 13046

 

Die Ehrenamtlichen vor Ort

Nicht nur das Angebot für neue Zielgruppen braucht die oben angesprochenen Impulse, sondern auch den Führungskräften obliegt es, neben alten bewährten Wegen, neue einzuschlagen.

Ohne Freiwillige wird die Intensivierung der Jugendarbeit in der Feuerwehr auch in den nächsten Jahrzehnten nicht möglich sein.

Dass diese gut aufgestellt sein müssen, zusätzlich zu ihrer Tätigkeit im Beruf und in der Feuerwehr sehr flexibel sein sollten, das erfordert schon enorm viel Einsatz, den unsere Jugendwarte und Betreuer zu leisten bereit sind.

3.651 Betreuer und Helfer unterstützen die Jugend- feuerwehrwarte in den 961 sächsischen Jugendfeuerwehren.

Durch die Jugendwarte und deren Helfer werden mehr als 589.000 Stunden für die Durchführung der Gruppenstunden, die Vor und Nachbereitung von Diensten in den Jugendfeuerwehren, für Ausbildungen und Schulungen geleistet.Dazu kommen 4.486 Tage, an denen sie mit den Kindern und Jugendlichen in Zeltlagern und Freizeiten unterwegs waren. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von ca. 80.000 Stunden in denen unsere Führungskräfte im hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Bereich für die Vermittlung von sozialen Komponenten an unsere Jugendlichen mit fachlicher Kompetenz arbeiteten.

2016 waren die 961 ehrenamtlichen Jugendfeuerwehrwarte mit nachfolgenden Altersgruppierungen

 unter 18  18-27 Jahre  28-35 Jahre  36-45 Jahre 46-55 Jahre  ab 55 Jahre
0 211 330 240 131 49

als Leiterinnen von regelmäßigen Gruppenangeboten und unserer Teams aktiv.

Aufnahme, Übernahme und Austritte

Es gibt sie in fast jedem Ort, auf dem Lande, in der Großstadt, in allen Himmelsrichtungen. Sie sind nützlich, sinnvoll und vielfältig: Jugendfeuerwehren!

Dass wir mit unserem Angebot, mit unserer manchmal doch besonderen Jugendarbeit, ansprechend sind, beweisen die Zahlen neu aufgenommener Kinder und Jugendlicher:

2.004 Jungen und 780 Mädchen konnten 2016 neu in die Jugendfeuerwehr aufgenommen werden, weitere 122 Jugendliche wechselten die Jugendfeuerwehren durch Umzug oder Zusammenlegung. Mit diesen Neuzugängen, zeigt sich, dass die Jugendfeuerwehr als moderne und geschätzte Organisation, in der bürgerliches, soziales und humanitäres Engagement gelebt wird, anerkannt ist.

Die Gesellschaft profitiert von einem gut organisierten Brandschutz, der immer dann gewährleistet ist, wenn es der Feuerwehr und insbesondere der Jugendfeuerwehr gelingt, junge Menschen, die sich freiwillig für ein Ehrenamt engagieren, zur Fortführung ihres Ehrenamtes über die Jugendfeuerwehr hinaus zu begeistern.

Die Jugendfeuerwehr sichert mit ihrer Nachwuchsarbeit den Bestand der Wehren. Sie lehrt, dass nur in gut eingespielter Teamarbeit und Umsetzung des im Jugendbereich erarbeiteten Teamgeistes die verantwortungsvolle Aufgabe der Hilfe am Nächsten gewahrt werden kann.

2016 wurden 725 JF- Mitglieder (davon 128 Mädchen), das sind jeweils ca. 7% des Bestandes der Mitglieder der JF Sachsen, in den aktiven Dienst der örtlichen Feuerwehren übergeben.

Auch wenn wir uns täglich den wachsenden Herausforderungen einer schnelllebigen Gesellschaft stellen, können wir nicht verhindern, dass sich Jugendliche anderen Interessen zuwenden und die Jugendfeuerwehren wieder verlassen.

Trotz vieler positiver Bemühungen verließen 1.636 Kinder und Jugendliche im Jahr 2016 wieder die Jugendfeuerwehr.

Wie wir aus den bitteren Erfahrungen zurückliegender Jahre lernen mussten, ist hier nur mit einer intensiveren Arbeit in den Gruppen gegenzusteuern. Mit qualitativ guter Arbeit muss versucht werden, dem verständlichen Suchen nach Veränderung durch die Jugendlichen gerecht zu werden. Mit 237 Jugendlichen, die andere „stärkere andere Interessen“ und 354 Jugendlichen, die „keine Lust“ mehr hatten, verließen uns Jugendliche, die wir im vergangenen Jahr nicht mehr mit unserer Arbeit von der Einzigartigkeit unseres Verbandes überzeugen konnten.

Hier ist klar Handlungsbedarf erkennbar und wir sollten kreisübergreifend gemeinsam mit den Jugendwarten vor Ort ins Gespräch kommen, sollten gemeinsame Strategien erarbeiten und umsetzen, damit wir den aufgezeigten Problemen begegnen und die „Lust“ an der Mitarbeit in unserem Verband erhalten können.

Quo vadis, Jugendfeuerwehr Sachsen?

Mitglieder in der Jugendfeuerwehr stellen ein riesiges Potenzial für die Entwicklungen in den Feuerwehren in unserem Freistaat dar. Sie sind Bewegung, sind  Wechsel und Leben und vor allem die Möglichkeit zur Umsetzung der Agenda Feuerwehr 2020. Nutzen wir diesen Fundus und gestalten gemeinsam, kreativ und mit der notwendigen Einsicht in die Eigenständigkeit von Jugendarbeit ein Stück des Weges der Feuerwehr.

Anhaltender Idealismus, die Bereitschaft zur Veränderung und eine vielfältige Mitgliederstruktur sind nach unserer Überzeugung die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunftsentwicklung der Jugendfeuerwehren. Jugendfeuerwehren verbinden junge Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, sie führen Jugendliche mit ganz verschiedenen Lebenswegen zusammen und sind gut für Toleranz und Demokratie.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei all denen für die Unterstützung und Förderung in der Jugendarbeit bedanken, die erkannt haben, dass unsere Jugendfeuerwehr eine enorme Bedeutung für die Feuerwehren und die Zukunft des Ehrenamtes hat und bereit sind, mit uns gemeinsam Zukünftiges gestalten zu wollen.

Andreas Huhn Frauke Fuhrmann
Landes- Jugendfeuerwehrwart Fachgebietsleiterin Jugendpolitik

 

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